»Sapristi!« sagte Görtz. »Sapristi! Will man, daß das Geldstück unter den Schrank soll, so bleibt es mitten auf dem Boden liegen.«
Im gleichen Augenblick geschah es aus Versehen, daß der König mit dem Degengriff gegen die Börse stieß, so daß alle Dukaten klingend auf den Boden fielen. Wie eine Herde erschreckter Schafe jagten sie mit ihrem runden Rücken nach allen Seiten und versteckten sich unter dem Schrank und Tisch und schließlich sogar hinter dem Ofen.
Nun erst begann Görtz sich tief und tiefer zu bücken.
»Sehen Sie! Ich bin klein in Glaubenssachen, das bekenne ich ehrlich, aber in einem Stück bin ich doch abergläubisch. Eine Bombe kann mitten in ein dichtgedrängtes Bataillon fallen, ohne einen einzigen Mann zu verwunden, aber noch nie ist es in der Welt vorgekommen, daß ein Butterbrot auf den Boden fiel, ohne mit der Butterseite nach unten im Staube liegen zu bleiben. Es gibt in der Luft eine Art von Kobolden, die vom Teufel selbst eingedrillt sind. Wären sie nicht unsichtbar, so würden sie kleinen bräunlichen, umherfliegenden Bienen gleichen. Sie verursachen ihrerseits keine großen Übel, sondern nur kleine Ärgernisse, aber da, wo der Ärgernisse zu viel werden, kann es zuletzt mit einem großen Unglück endigen. Es sind diese kleinen unsichtbaren Kobolde, die gereizt und gelockt werden von den gezogenen schwedischen Waffen. Soll nun eine Flagge gehißt werden, so reißt der Strang. Soll ein Soldat über ein gefrorenes Grab schreiten, so bricht das Eis. Einfacher gesagt, Eure Majestät werden nun gleich eifrig vom Unglück verfolgt wie ehedem vom Glück.«
Der König trällerte leise:
»Wie, wenn man wollte,
Mit Absätzen sollte
Man treten Kobolde?«
»Quilibet fortunae suae faber! Man verscheuche sie. Um anzufangen weise man aus seiner Nähe alle kleinlichen Menschen, denn solches Volk hat eben so viel unsichtbare Kobolde im Hosengurt, wie ein Troßknecht Flöhe. Dann ziehe man den Degen gegen die ganze Welt und folge seines Willens Stern …«
»Die schwedischen Herren versichern, daß zu Hause bald kein Rundstück mehr aufzutreiben sei.«