»Den hätten wir besser weggelassen!« bezeugte der Korporal. »An dem Kerl ist alles mürb und weich!«
An einem Novembertag machten einige Truppenabteilungen in einem Bergpaß halt, und obgleich die Uhr erst drei zeigte, herrschte schon Dämmerung. Braungebrannt von der Steppensonne und noch mit einem türkischen Tabaksbeutel an der Brust, betrachtete mancher gealterte Offizier sinnend das Winterreich, in dessen waldigen Wildnissen das Heer jetzt neuen Abenteuern entgegenzog. Gefangene Buschjäger erzählten wilde Sagen von Waldgöttinnen und Hexengeschrei, und männlich hochgewachsene Frauen mit flachsgelben Haaren kamen des Nachts zum Lagerfeuer und hieben mit ihren Äxten erschöpfte und schlafende Schweden nieder.
Es schneite, und tief unten aus der Kluft warf die Sonne einen goldenen Schein über das Alpengehölz und die hängenden Felsstücke der Bergwand.
Es war ein Heer von bleichen Fünfzehnjährigen, von halbwüchsigen Kindern, die in der Schneewehe bei ihren Waffen standen.
Die kleinen Westgoten mit den scharfen Nasen und den unsteten Augen flüsterten miteinander:
»Der König soll sagen, wenn wir nicht verhungern wollen, so müßten wir die Nahrung aus den norwegischen Bergen graben …«
»So müssen wir denn wohl graben,« antworteten die Smaaländer gedehnt und klagend.
Die Dalekarlier und Bohusläner stützten sich schwermütig auf ihre Musketenläufe, aber die Bataillone von Södermanland begannen zu murren. Da hielt der Oberst Rutger Fuchs sein Pferd an und blieb vor der Front stehen. Sein einer Fuß saß schräg im Steigbügel, denn bei Gadebusch, wo man ihn vom Schlachtfeld getragen, war ihm das Bein von einer Kugel zerschmettert worden.
»Pfui, ihr Södermanländer!« rief er mit seinem Schonendialekt. »Bekommt ihr nicht Zukost zum Brot der Krone, ihr Butterbuben, so fangt ihr gleich an zu knurren. Ich höre, daß ihr alle verzagt seid. Aber nun gilt es tapfer ertragen, denn das sage ich euch, daß zu keinen Zeiten die schwedischen Männer mehr einem solchen Helden dienen werden wie unserem königlichen Herrn, und willig lasse ich für ihn mein Blut. Seht auf mich! Wie nennt man mich? Nun, heraus damit!«