Nach Goethes Weise, der ganz als Dichter von dem Schlechten nicht abstrakt moralisch verletzt, sondern als von etwas Ordnungswidrigem ästhetisch gestört wird, steht auch in unserm Gedicht dem Wunderlichen und Verworrenen als Tadel das Ruhige und Verständige als Lob gegenüber. Der Vater sagt:
Mir ist lästig dies wunderliche Beginnen.
Ferner:
Leidenschaftlich Geschrei, das heftig verworren beginnet.
Und Dorothea nennt sich da, wo sie dem Vater den Verdruß abbittet, eine Verworrene:
Ja, der erste Verdruß, an dem ich Verworrene schuld war,
Sei der letzte zugleich!
Dagegen ist das Ruhige und Verständige überall das mild lobende Beiwort. Dorothea sagt zu Hermann:
Kommt und empfanget den ruhigen Dank von allen Erquickten!
Der Pfarrer, als er den Richter die Streitenden hat beschwichtigen sehen, preist seinen ruhigen Sinn:
Als der Geistliche nun die Rede des Mannes vernommen
Und den ruhigen Sinn des fremden Richters entdeckte.