„Das muß sein, davon verstehn Sie nichts“, entgegnete Puck gelassen, und fuhr sich mit den Beinen über die Flügel, so daß sie sich hinten tief um den Leib bogen. „Ich bin übrigens eine Stubenfliege,“ fügte sie nicht ohne Stolz hinzu, „ich weile hier nur in der Sommerfrische.“
„Wie interessant,“ rief die kleine Maja glücklich, „da kennen Sie sicherlich den Menschen?“
„Den kenne ich wie meine Hosentasche,“ warf Puck geringschätzig ein, „ich sitze täglich darauf. Ja, aber wissen Sie denn das nicht? Ihr Bienen seid doch sonst so gescheit, ihr glaubt es wenigstens zu sein.“
„Ich heiße Maja“, antwortete die kleine Biene etwas schüchtern. Sie begriff nicht recht, wo die andern Insekten ihr Selbstbewußtsein, ihre Sicherheit und oft sogar ihre Frechheit hernahmen.
„Es ist schon gut,“ wehrte Puck ab, „heißen Sie, wie Sie wollen, dumm sind Sie jedenfalls.“
Puck saß da, wie eine Kanone, die grade abgefeuert werden soll, der Kopf und die Brust ragten empor, und die unterste Spitze ihres Leibes berührte das Blatt. Dann plötzlich duckte sie sich zusammen, so daß es aussah, als habe sie keine Beine.
„Vorsichtig muß man sein,“ sagte sie, „darauf kommt es an.“
Aber in der kleinen Maja wallte es nach der Kränkung, die Puck ausgesprochen hatte, zornig empor. Ohne daß sie recht wußte, was sie eigentlich trieb, schwang sie sich blitzschnell auf Puck zu, ergriff sie beim Kragen und hielt sie fest.
„Ich werde Sie lehren, gegen eine Biene höflich zu sein“, rief sie.
Puck fing ein fürchterliches Geschrei an.