Ich sah ihn an und antwortete:

»Nein, Sie haben genau so viel gesagt, als Sie mich wissen lassen wollten.«

»Wieso? — Also Sie rauchen jetzt nicht ...«

Meine Blicke gingen zu Kaja. Ich war plötzlich durch und durch von einer großen, tiefen Ruhe erfüllt. Meine Augen sahen in ihren Zügen nur ein gleichmäßig-holdes Lächeln von besonnener Arglosigkeit, ihr Mund war ein wenig geöffnet und sie schien an etwas zu denken, das unsere Rede nicht betraf. Vielleicht an Tante Mimseys leise Zurückgesetztheit, an diese zärtliche Beachtung aller Einzelheiten, die das alte Fräulein so rührend zur Schau trug, und die ihre Abgeschiedenheit von unserem Tun und Sprechen zu verbergen trachtete.

Nun sah Kaja mich an und sagte:

»Ich möchte dich morgen treffen, wenn du es willst, vielleicht am Strand, wie sonst?«

»Wenn ich Sie nun doch um eine Zigarre bitten darf,« sagte ich leichthin zu meinem Nachbarn, »ich wäre Ihnen sehr dankbar. Für den Heimweg nehme ich sie gern.«

»Bitte,« sagte er freundlich, »aber sie ist nicht so leicht, wie Sie vielleicht glauben.«


Meine Nacht war qualvoll, und wandernde Geister der Zuversicht und Not wechselten miteinander ab, Wolken zogen über den Mond, der nur selten sein klares Licht in meine Kammer warf. Der Wind rüttelte an meinem Fenster, das dürftig gehalten offen stand, und ich hörte die See rauschen. Nähe und Ferne waren wie Gestalten, die sich zu mir drängten oder weit abrückten. Bald rang ich um Schlaf und bald um Kraft, aber beide mieden mich und die Stimmen der Nacht wurden zu Fieberlauten und verwandelten sich in vernehmbare Stimmen tief in mir. Was soll ich dir gestehen, damit du mir Ruhe gibst?