Irgendwo, mir aus weiter Ferne der Erinnerung noch dunkel bekannt, wie auf einem anderen Stern, saß der Schuster Stevenhagen, der meine Stiefel in Kur genommen hatte. Er sah mich erstaunt an, als ich bei ihm eintrat, wies nur schweigend in einen Zimmerwinkel und rückte den Schuh auf seinen Knien wieder in den Lichtkegel der gläsernen Wasserkugel, hinter der eine Lampe brannte. Ich suchte mein Eigentum unter den arg mitgenommenen Fremdlingen heraus, die wie eine Schar flüchtig geordneter Landstreicherpaare am Boden umherstanden, und fragte nach meiner Schuldigkeit.
»Das läßt sich aufbringen«, sagte der Alte.
Ich ließ mich auf einem Hocker nieder und zog die Stiefel an.
»Wo sind Sie gewesen?« fragte der Schuster.
Ich sagte es ihm und er hielt in seiner Arbeit inne, wandte sich mir zu und sah mich an.
»Kennen Sie Asja?«
»Ja,« sagte ich, »noch nicht lange, aber für immer.«
Er fuhr fort mich prüfend zu betrachten, lächelte, scheinbar dankbar über dieses Bekenntnis, schwieg aber und wandte sich endlich seiner Arbeit wieder zu. Als ich ihm Geld zum Wechseln gab, schob er die Münze fort, schüttelte den Kopf und forderte mich durch eine Bewegung auf, das Geld zurückzunehmen.
Ich verstand plötzlich, nahm die Münze und ging davon.
Ist es so, dachte ich draußen, als ich ziellos und doch eilig die nasse Straße durchschritt, daß es genügt mit dir bekannt zu sein, Asja, um alle zu Freunden zu haben, die von dir wissen?