»Aber ich muß doch bitten,« sagte Hassan gekränkt, »ich bin weder das eine noch das andere. Was das erste ist, weiß ich überhaupt nicht, aber ein Stachelschwein bin ich erst recht nicht. Ich bin Hassan, der Igel.«
»Das ist mir vollkommen gleichgültig«, lautete die ärgerliche Antwort. Sonst war das Eichhörnchen in der Regel viel höflicher, aber es hatte sich in der Tat auf das heftigste erschrocken, und dadurch verliert man leicht den Sinn für liebenswürdiges Entgegenkommen.
Hassan entschuldigte sich; aber nun meinte das Eichhorn erst recht, ihm sei Unrecht geschehen.
Es saß da, im Gras, daß es ein Entzücken war, Hassan fühlte sich wirklich neben diesem zierlichen Tier wie ein schwerfälliger Eindringling, er hätte es am liebsten in die Arme geschlossen, so lieblich war der Anblick, das feine Köpfchen mit den spitzen Ohren, die dunklen klugen Augen und der breite buschige Schwanz, der den eleganten Körper in einem Bogen überragte und von einer leuchtenden rotbraunen Farbe war, wie das Buchenlaub im Herbst.
»Nehmen Sie es nicht übel,« sagte er noch einmal, »ich habe Sie nicht erschrecken wollen – aber wie Sie meinen.«
Das Eichhorn merkte, daß es dem Igel gefiel, und wurde deshalb etwas freundlicher. Nun darf man aber nach diesem Vorfall nicht etwa annehmen, daß ein Igel ein dummes oder ungeschicktes Tier sei. Ganz im Gegenteil ist er ein ungewöhnlich kluges Tier und in keiner Weise so tölpelhaft, wie er auf den ersten Blick erscheinen kann. Natürlich, wenn man ein Eichhörnchen ist, versteht man unter Geschicklichkeit etwas ganz anderes als ein Igel.
»Ich habe mich heute morgen ohnehin verschlafen«, sagte das Eichhorn und musterte den Fremden. »Was wollen Sie denn hier?«
»Ich möchte fragen, ob man gut tut, sich hier anzusiedeln.«
Das Eichhorn schaute interessiert auf. »So, darauf will man hinaus! Nun, ich heiße Li und habe darüber zu entscheiden.«