»Nein, so was!« rief der Käfer. Er schaute den Elfen an, und seine Augen glänzten. »Ach nein,« sagte er ganz still, »so ist es mir doch passiert, was ich wollte, wie schön ist das.« Er besann sich und atmete auf: »Hoffentlich nehmen Sie mir die Verwechslung nicht übel«, sagte er schüchtern. Und nach einer Weile des Schauens fuhr er fort: »Nun liegt es ja auch anders mit meiner Frage. Wenn Sie also so freundlich sein wollen und mir antworten?«
»Ich will es tun, so gut ich kann,« sagte der Elf, »aber du kannst ruhig du zu mir sagen.«
»Ich werde es versuchen«, antwortete der Käfer.
Ein paar Bienen kamen in ihre Nähe und grüßten.
»Ein Elf, ein Blumenelf!« riefen sie. Unten schaukelten sich Schmetterlinge über dem Korn, und hoch im Blauen zog ein großer Raubvogel seine stillen Kreise. Nirgends war ein Wölkchen zu sehen, es war ein unbeschreiblich schöner Tag. Klingen und Jubeln füllte die Luft, die von goldener Wärme flimmerte. »Schöner wird es nicht mehr im Jahr«, sagte der Elf. Es war, als schmiegte er sein helles Angesicht in das Glänzen, das ihn einhüllte, und er faltete die Hände, derweil der Wipfel des alten Baums, sein zartestes Reis im Blauen, ihn wiegte.
»Sicher weißt du alles Schöne,« meinte der Maikäfer, der ganz entzückt war, je länger er den Elfen betrachtete, »so sprich mit mir vom Menschen. Es ist wahr, ich habe nicht eben Gutes von ihm gesagt, aber du wirst zugeben, er hat auch seine schlimmen Seiten, dieser Große mit den aufrechten Schultern und dem weißen Angesicht. Wir fürchten ihn, verstehst du das nicht? Nicht alle nehmen ihr Geschick mit so viel Humor wie ich.«
Der Elf schien nicht recht zugehört zu haben; mitten aus seinem Sinnen heraus unterbrach er seinen braunen Nachbarn:
»Was den Menschen unterscheidet von allen anderen Wesen der Erde, hast du mich gefragt; darüber, Lieber, ist viel nachgesonnen worden, manche haben es bestritten und geglaubt, er sei im Grunde wie jedes lebendige Geschöpf, nur vollkommener. Aber das ist nicht wahr, es kann nicht wahr sein, in alle Ewigkeit nicht! Was ihn hoch über alle Kreaturen stellt, ist seine Vernunft.«
»Was ist das?« fragte der Käfer.
»Es ist sein freier Wille, groß und gut zu sein nach seinem Maß.«