»Ich höre es«, antwortete der Fuchs einfach. Es schien, als wäre er auf seine scharfen Sinne nicht einmal besonders stolz. »Lassen wir sie,« meinte er und ging weiter, »das muß eine schlechte Zeit sein, in der der Fuchs Mäuse frißt.«

»Siehst du«, sagte sein Gefährte leise.

»Was soll ich denn sehen?«

Der Elf antwortete: »Und viel später wird es eine Zeit geben, welche schlecht nennt, wenn nur ein Wesen noch das andere bedrängt. Immer höher und höher entwickelt die Natur ihre Geschöpfe, ist ihr nicht schon der Mensch gelungen?«

Der Fuchs blieb stehen. »Du hältst etwas vom Menschen, Elf?«

»Viel, sehr viel, am meisten.«

»Und glaubst du, der Mensch bedrängte die lebendigen Wesen der Natur nicht?«

»Doch,« antwortete der Elf, »er tut es, aber es gibt Menschen, die leiden darunter, daß sie es tun, das ist schon viel näher dem großen Ziel. Du wirst mich nicht verstehen, aber glaube mir, die Erde ist noch sehr, sehr jung, wir können nur ahnen, wie herrlich ihr letztes Kleid sein wird. Wenn nicht einst alles vollkommen würde, so würden wir nicht dies Verlangen danach im Herzen haben, das alle Kreatur bewegt. Die einen wissen es, die anderen ahnen es nur, viele tun nicht einmal das, aber alle richten ihre Augen hinauf, zum Licht.«

»Wenn du recht haben solltest,« entgegnete der Fuchs, »so kann ich mir aber kaum denken, daß es später noch Füchse und Enten gibt, Raubtiere und arglose Geschöpfe, die ihre Beute werden. Oder es kommt auf die Brombeeren heraus, und da tue ich, wie gesagt, nicht mit. Ich danke für ein Friedensreich, in dem ich den ganzen Tag darüber froh sein soll, daß ich keine jungen Hasen fresse.«

Der Elf lachte wieder sein seltsames Lachen, und der Fuchs dachte: Ein merkwürdiger Elf, er lacht über mich, und ich fühle mich doch nicht verletzt, er weiß es besser als ich und achtet mich doch hoch, er ist überlegen und doch wie ein Kind, ein merkwürdiger Elf. Aber er war neugierig geworden, und da ein Fuchs zu den klügsten Tieren gehört, die es gibt, wird es sich begreifen lassen, daß ihm viel daran lag, den Elfen zu verstehen. Es ist wahr, oft verletzt die Wahrheit, aber man kann die Wahrheit auch sagen, ohne zu kränken, denn die großen Wahrheiten verletzen nicht, sondern nur die kleinen.