Sie schritten miteinander den Bach entlang aufwärts. Die Nachmittagssonne schien durch die Kiefern durch einen feinen grauen Schleier, den sie golden färbte, so daß die Stämme wie in einem Traumland standen. Es war so kühl und still, daß die Augen sich nicht bewegen mochten, als müßte das friedliche Bild des Waldes sich so bunt in ihnen spiegeln, wie es in der Luft entstand. Die ersten Krähen zogen heim, man hörte ihre Stimme über sich in der Höhe.

»Einmal kommt eine Zeit,« sagte der Elf, »da werden alle Geschöpfe so übereinander denken. Sie wird wiederkommen. Es gibt eine uralte Sage der Menschen, nach welcher es einmal so gewesen ist.«

»Davon habe ich gehört«, sagte der Fuchs spöttisch. »Da spielte die Ziege mit dem Löwen Verstecken, und die Wölfe fraßen Brombeeren. Ich danke.«

Der Elf lachte.

»Es wird dich niemand überreden, Brombeeren zu essen,« antwortete er, »gerade darin wird die Eintracht bestehen, daß jeder die Eigenart des anderen versteht.«

»Ich verstehe die Eigenart der Hasen sehr gut,« sagte der Fuchs und schielte zu seinem Begleiter hinüber, »wenn nur die Hasen auch meine verstehen wollten und sich fressen ließen, wäre alles gut.«

Wieder mußte der Elf lachen, aber die Freude, die aus seinem Lachen klang, hatte etwas seltsam Zuversichtliches, es schien nicht so, als ob die Antworten des Fuchses ihn in seinem Glauben irre machten.

»Du bist schlau,« sagte er und schaute dem großen Gefährten in die wachen Augen, »mit dir ist nicht leicht zu streiten, du siehst alle Dinge so, wie sie dir recht sind, und was dir nicht gefällt, das nennst du die Fehler der anderen. Aber ich habe doch recht, das letzte Ziel des Lebendigen ist eine große Harmonie, eine Freude ohne Ende.«

»Willst du darauf warten?« fragte der Fuchs. Aber er achtete nicht auf die Antwort, er wandte den Kopf blitzschnell zur Seite, denn es raschelte im Gebüsch. »Eine Maus«, sagte er leise und hob den Vorderfuß.

»Woher weißt du das?« fragte der Elf.