Er sprang ein Meter hoch in die Luft und fiel dann zur Erde nieder.
„Soll ich ihn aufhängen?“ fragte Panja so gleichmütig, daß ich darüber die ganze Niederträchtigkeit meiner Drohung erkannte. Es ist merkwürdig, wie rasch einem eine Ungerechtigkeit auffällt, wenn ein anderer sie sich zuschulden kommen läßt.
„Er hat ein ganzes Glas mit Salz gefressen,“ berichtete Panja sachlich, „vom Whisky will ich schweigen, denn er hat ihn nicht finden können.“
„Hat dich der Hunger hergetrieben? Wo warst du so lange?“ fragte ich den Übeltäter.
Er hob den Kopf und versuchte meinen Blick auszuhalten, was den Eingeborenen der Urbevölkerung sehr schwer ist, wenn es sich um blaue Augen handelt, in die sie hineinsehen müssen, und wenn sie selten mit Weißen in Berührung kommen. Aber Gurumahu erkannte den Ausdruck meines Gesichts doch und begann zu lachen wie ein Kind.
„Du bist freundlich, Herr,“ sagte er zögernd und dann mit Überzeugung: „du bist nicht klug und gerecht, wie die Engländer. Ich werde deine Kessel bewachen, bis ich sterbe.“
„Wenn du sonst nichts tun willst, kannst du dich wieder in die Sümpfe scheren“, grollte Panja, aber Guru ließ sich nicht im Genuß seines ihm eben erst geschenkten Lebens beeinträchtigen, und als sich die beiden entfernten, hörte ich ihn hochmütig zu meinem Diener sagen:
„Hat schon ein Sahib auf dich geschossen, du Abtrünniger? Du bist keine Kugel wert, deshalb lebst du und kriechst dem Herrn zwischen den Füßen umher, ich aber habe mit ihm gekämpft!“
„Das ist wahr, du Kupferfresser,“ sagte Panja, „ich danke dir, daß du ihn nicht zerschmettert hast, du Blattlaus!“
Aber Gurumahu blieb von nun an bei uns, wir nannten ihn Guru, weil sein Name mir zu lang war, übrigens war es nicht sein einziger, er hatte noch eine ganze Reihe wohlklingender Namen, aber auf Gurumahu schien es ihm am meisten anzukommen.