„So darfst du keinen König behandeln, Sahib“, sagte er nachdenklich und ohne Eifer. Er schien wirklich besorgt, und ich hatte alles andere erwartet, als er fortfuhr: „Er wird sich auf seinen lahmen Elefanten hocken und auf dich herabsehen wie auf einen Bettler. Wenn du ihm aber erlaubt hättest, dich zu sehen, so würde er dir seinen Elefanten geschickt und sich zur Erde geworfen haben, wenn du in seine Residenz eingeritten wärst.“

„Panja, ich will nicht, daß der König mich sieht, sondern ich möchte ihn sehen, und zwar so, wie er gesehen sein will und wie er zu leben pflegt. Glaubst du, der gebeugte Nacken eines Menschen sei unterhaltsamer, als sein erhobenes Gesicht?“

„Das ist der Kummer,“ sagte Panja, „du hältst nichts auf deine Würde. Du könntest wie ein Fürst durch den Dschungel ziehen und kommst wie ein Wandermönch, der überall bitten muß. Es ist schwer, solchem Herrn dienen zu müssen. Dies wäre nun wirklich einmal ein König für uns gewesen. Bei anderen Königen, die noch Macht und Reichtümer haben, wäre dir ohnehin nichts anderes übriggeblieben.“

Er hockte sich bekümmert auf einen Gepäckballen und betrachtete die Ameisen, die ihn zu erobern suchten. Im Grunde dachte er gewiß nicht so, und er wäre leicht vom Gegenteil zu überzeugen gewesen, es lag ihm nur daran, mein Ansehen zu heben und seines in Szene zu setzen, und da sich für das letzte gewiß noch Gelegenheit bieten würde, ließ ich ihn in seinem Kummer allein.

Sein Schmerz brach noch einmal durch:

„Glaubst du, ich hielte dich für arm oder machtlos, Sahib? Ich weiß alles. Aber was hilft ein goldgesticktes Kleid, wenn man es verkehrt anzieht und zuknöpft? Wer ehrlich ist, zeigt was er ist.“

„Panja, es ist zu heiß zum Reden, wir wollen ein wenig ruhen, bis der König kommt.“

„Nein, du sollst sprechen!“

Als ich schwieg, stampfte er mit dem Fuß.

„Glaubst du, ich sei glücklich, wenn ich recht behalte?“ fragte er böse.