Du schweigst! Ich will es! Jedes freche Wort
wirft rechtlos Schmerz und Schande auch auf mich.
Ich ging aus eignem Wunsch und Willen fort,
was kümmern meines Lebens Zeichen dich?
Holger
zu Naemi
Sprich nicht von Recht. Die Pflichten, die mich schlagen
und leiten werden, gabst nicht du mir ein.
Soll ich ein Weib nach meinen Rechten fragen?
Das ist der Schwachen Art und Tugendschein.
Naemi
weicht vor ihm zurück
Ich fürchte deine Drohung, deine Macht
so wenig, wie ich deine Rechte kenne.
Kein Band, kein Wort, kein Blick ward dir gebracht,
daß ich dich mehr als meinen Bruder nenne.
Und wahrlich hast als Bruder du mißbraucht
die Liebe, die ein arglos Kind dir schenkte.
Holger
Dem Herzen, das aus Liebeseifer kränkte,
hat noch kein Zorn zur Schande je getaugt.
War ich als Bruder milde, nun wohlan!
Erfahre, wer ich bin als Herr und Mann.
Er zieht sie zu sich hinüber