Was könnte jemals meinem Leben sein
die flache Kraft, die deinen Zwiespalt höhnt?
Sieh, meiner Seele Zuflucht ward allein
dein ruhlos Herz, von keinem Glück versöhnt.
Schließ mich in Schuld und Zweifel ein
und in das Schicksal, das dir frommt.
Nie könnte meine Freude sein,
was nicht aus deinen Händen kommt.
Sie wirft den Mantel um Arne, und beide eilen hinaus. Holger eilt ihnen nach, bleibt aber in der geöffneten Tür stehen und schaut ihnen ohne Entschluß im Bann der letzten Worte Naemis nach. Der Sturm dringt ins Haus.
Der Küster
Ich stand, mein Herr, nur schuldlos in der Mitte,
laßt mich hinaus, mein Herr, ich bitte.
Holger tritt zur Seite und läßt ihn vorüber. Der alte Jörgen sinkt auf die Bank am Kamin.
Holger
an der Leiche seines Vaters
Oh Schmach der Liebe, nun mit Schmerz gepaart,
in dem die letzte Zuflucht mir versank,
daß nun die Heimkehr, meiner Jugend Dank,
zu dir, mein Vater, mir genommen ward.
Ich fasse über deiner Augen Stille
und bleicher Ruhe die Verlassenheit
zum ersten Mal, eh’ noch der arme Wille
zu einer eigenen Zukunft recht bereit.
Zum Abgrund wird nun die Vergangenheit,
kein pochend Herz eint mich dem Ursprung mehr,
daraus ich kam. Die Zukunft stürmt den Mann
am Rand des Abgrunds ungebärdig an,
und läßt ihm keinen Weg, als den: voran.
Und machtvoll höhnt ihr mitleidsloser Schritt:
Nimm deinen Schmerz zum eignen Grabe mit.
Ende des ersten Aufzugs