Naemi
So sag mir, welche Macht des Wesens tuts?
Die Priester nenn ich pfäffisch, welche scheiden,
was Blut und Seele, eng verwoben, leiden,
und was sie freut. — Ich ahne, die Natur
wird furchtbar wider deine Weisheit drohn,
und ihre Bahn geht meine Leidensspur.
Arne
Du sprichst der Not der tiefsten Zweifel Hohn.
Naemi
Und du vergißt, daß deine hohen Pflichten
nicht meine sind. Zu jung noch zum Verzichten,
zum Kampf durch unverstandenen Wert beschränkt,
seh ich dich, durch dein eigenes Schwert bedrängt,
die guten Kräfte deines Geists vernichten.
Mir war im Traum, als säh ich eine Zeit
erneuter Offenbarung glühend nahn.
Du hast ihr weit die Tore aufgetan,
doch Andere schmeckten ihre Herrlichkeit.
Ich sah dich über deine Fahne sinken
und sah die Erde, die dich treu begehrt,
mit gierigem Mund dein Blut und Leben trinken,
wie wenn dein Wille ihr ein Recht verwehrt.
Es pocht. Der Kirchenrat tritt auf.
Der Kirchenrat
So hab ich, lieber Herr und Amtskollege,
nach mancher Drangsal doch hierhergefunden
und grüß Euch herzlich. Aber welche Wege!
Die armen Pferde wurden arg geschunden.
In meinem Alter ist es nicht mehr leicht.
Ich bin erfreut, da nun das Ziel erreicht.
Arne