Arne

Gesegnet sei, was ich als schön empfinde,
gesegnet die Natur im hellen Bilde.
Ach, daß die Seele, wie bei einem Kinde,
den Durst nach Gott in Spiel und Schlafen stillte!
Doch die Natur erlöst nicht durch ihr Wesen,
wer sie versteht, dem wendet sie den Sinn
auf die Gemeinschaft mit dem Schöpfer hin,
von dessen Herrschaft er in ihr gelesen.
Zum Zeitlichen, zum Irdischen geschickt
mit allen Sinnen und mit Kraft begabt,
hab’ ich in Kampf und Leiden Gott erblickt,
wie ihr ihn nie im Glück gesehen habt!
Und leuchtend lockt dies herrliche Gesicht
den Geist zu Heimkehr, Frieden und Verzicht.

Naemi

Gib nicht das Gold von Lust und Freude hin!
Des irdischen Lebens lichten Himmelsboten.
Glaubst du, ich fühlte nicht, wie bang dein Sinn
und stolz zugleich, den quälenden Geboten
der zeitlichen Gerechtigkeit gehorcht?
Doch wer die Ruhe vom Gewissen borgt,
der findet sie erst dort, wo keine Schranken
die Seele ziehn vom lieblichen Gedanken.

Arne

Dort seh ich alles, aber dich nicht mehr.
Komm nah heran, laß mich den blauen Glanz
aus diesen hellen Augen innig trinken.
Oh, einmal bis zur Ohnmacht zu versinken!
Daß sich in reiner Glut der blasse Kranz
unendlicher Gedanken, wie im Meer
ein Samenkorn, zu ewiger Ruh verliert.

Naemi

Ach, lerne preisen, was dich so verführt!
Ich hörte einst aus ur-uralten Sagen
der Priesterinnen, meiner Schwestern, Pflicht,
die heilige Glut, das Feuer, zu bewahren.
Ich lobte sie, doch ich verstand sie nicht.
Erst heute fühl ich jene Menschheitsrechte,
die ihrer Reinheit, ihrem Maß vertraut.
Ach, daß der Altar, den mein Herz gebaut,
auch deinem Leben Glück und Wärme brächte.

Arne

Bewundernd lausch’ ich, Mädchen, dem Geschick,
wie dein Geschlecht der Erde Sinn verwaltet.
Solang ihr wirkt, ist keine Welt veraltet,
als gäbe es kein Glück, als euer Glück ...
Die heiligen Pflichten jener Priesterinnen
glühn anderen Werten, als dem Licht des Bluts.
Wahr’ mir die Feuer meiner Seele rein,
so sollst du ewig mir verbunden sein!