Moor. Nacht. Mond. Birkengebüsch.

Die Moorvettel, Kräuter suchend und Sprüche murmelnd.

Die Moorvettel

Steigen im Nebel die Toten im Moor,
bereitet sich Großes im Leben vor.
Keine Ruh ist den Toten geschenkt,
solang noch ein Lebender an sie denkt.
Und brennt gar im Orte die Leidenschaft,
die sie um ihr zeitliches Dasein gebracht,
singen sie oft die ganze Nacht,
locken die Menschen in kühler Kraft
bis an die Ruhstätte, die sie trennt
vom hellen Tag, den die Sonne verbrennt.
Heute, als spät der Nachtkauz schlug,
sang schon die Irme vom Fahrenkrug,
lange und leise, in Nebel gehüllt,
im Moorweiher stand ihr Schattenbild,
der rasch ihr brennendes Herz gestillt.
Konnt’ einst nicht leben vor Lieb und Haß.
Was bedeutet das? Was bedeutet das?

Ein Moormännchen tritt auf, ein Irrlicht in der Hand.

Das Moormännchen

Komm hier, komm hier, dein Weg versinkt.
Auf gute Bahn mein Lichtlein winkt.

Die Moorvettel

wirft ihren Stock nach ihm

Daß die Lichtfunze, die du reckst,
dir deinen eigenen Schädel verbrennt!
Such dir Narren, die du erschreckst,
wo man dein närrisches Plappern nicht kennt.