Die Moorvettel
hebt den Stock
Fang dir ein Licht! Durchs Schilf huscht genug.
Tote sind gut und ohne Betrug.
Erst lockst du sie selbst ins Moor hinein
und willst hinterher noch unhöflich sein.
Das Moormännchen
Die Irme vom Fahrenkrug kam allein,
ich lockte sie nicht ins Moor hinein.
Die folgte dem Licht nicht, das ich ihr bot,
sah nur das Wasser, schwarz und tot.
Versteckt blieb ich am Weiher stehn,
ich sah sie stürzen und untergehn.
Als früh am Morgen mein Licht verglommen,
ist sie still, still emporgekommen,
langsam, weiß und wunderschön.
Die Augen auf, im kalten Gesicht,
starrten ins blaue Morgenlicht.
In die Seerosen floß ihr gelbes Haar.
Wie schön das war. Wie schön das war.
Ich hab sie sorgsam im Schilf versteckt,
damit kein Mensch sie wieder erschreckt.
Die Moorvettel
Scher dich und tu, was ich gesagt.
Das Moormännchen ab.
Die Moorvettel
Die Irme vom Fahrenkrug singt und klagt.
Sie mochte nicht leben vor Liebe und Haß.
Was bedeutet das? Was bedeutet das?
Seit die Zeit uns den neuen Pfarrer gebracht,
wird’s schlimmer im Moorland Nacht für Nacht.
So ruhlos sah ich die nächtliche
Welt der fahrenden Geister noch nie.
Der Wandel der Menschen bekümmert sie,
ihre betörte, verächtliche
Weisheit, ihr Hochmut, ihr Glück.