Die Moorvettel
Die Irme vom Fahrenkrug singt im Moor.
Habt Ihr vergessen das Fräulein blond,
das Ihr vor Jahren so liebreich geschont,
das Ihr zurück in ihr Elternhaus sandtet,
als Ihr sie nachts auf der Pfarrtreppe fandet?
Von Liebe wegen, um Euretwillen,
mußte ihr Schicksal sich einst erfüllen.
Glaubt mir, glaubt mir, ich rede wahr,
ihr nächtliches Klagen bringt Euch Gefahr.
Arne
Ich hatte nie mit diesem Weib zu schaffen.
Die Moorvettel
Ich weiß, Herr Pfarrer, deshalb ging sie schlafen.
Hättet Ihr sie ans Herz genommen,
wäre sie nicht zu uns gekommen.
Aber nicht alle Verschmähten tun das ...
Manch Einer Lieb’ ward zu tödlichem Haß.
Arne
Des Einen Tugend macht des Andern Schuld,
denn die Natur läßt sich nicht korrigieren.
Die Menschen können die arme Geduld
nur selten messen mit der ihren.
Die Moorvettel
Ihr pilgert um Euch selbst spazieren,
bis Euch zum Sterben schwindlig wird.
Seit wann ist Euch der neue Wert
so klar im Herzen eingekehrt?