Die Moorvettel

Nennt Ihr mich närrisch immerhin,
weiß schon alleine, wer ich bin.
Ich mochte nicht unter den Menschen sein,
trollte ins Moor und blieb allein,
merkte das Beste vom Wesentlichen,
und hab es in Muße mit allem verglichen.

Arne

Was nützt dir Muße und Vergleichen,
kann jeder nur sich selbst erreichen.
Die Besten wurden im Vergleich bescheiden,
das Alter mag nur eigne Weisheit leiden.

Die Moorvettel

Wenn euer Wein nur zehn Jahr’ ruht,
nennt ihr ihn schon besonders gut.
Wieviel mehr als ein Tröpflein Wein
wird nicht ein Fünklein Weisheit sein.
Seht nun, Herr Pfarrer, daraus ergibt sich,
daß man wohl doch nicht immer irrt,
wenn eine Weisheit im Kopf, an die siebzig
Jahre lang, aufgehoben wird.

Arne

Zwischen Verachtung und Verdruß
findet sich oft noch ein kleiner Genuß. —
Du machst dir’s leicht, das Wirken der Natur
ins eigne Denken zu verlegen.
Das Wichtigste vergißt du nur,
das Böse wirkt in uns dagegen.

Die Moorvettel

Was ihr im eignen Haushalt kennt,
und rasch entschlossen böse nennt,
hat draußen sich als gut bewährt,
genau so oft wie umgekehrt.
Denn zu des Durchschnitts Zeitbegriffen
und seiner armen Plänkelei,
hat Gott dem Satan oft gepfiffen,
auf Satans Pfiff kam Gott herbei.
Die Menschen aber, die das Gute gut
und die das Böse tief als böse fühlen,
sind die Gesellen, die in blinder Wut
nach Ewigkeit, an ihrem Grabe wühlen!
Sie können lieben und sie können hassen
und haben nichts mit Menschenglück zu tun.
Ihr wolltet Euch nicht warnen lassen,
ich geh und wünsche gut zu ruhn.
Ich kenn die Ruh, um die Ihr trauert,
und wünsche, daß sie nicht zu lange dauert.