»Später«, sagte sie kühl. »Es geht jetzt nicht. Was würde aus Wartalun?«

»Das ist wahr«, sagte er. Irgend etwas stimmte ihn froh an ihrer klaren Entschiedenheit. Er fühlte sich erleichtert und verstand, nun da er ihr argloses, sinnendes Lächeln sah, seine Besorgnis nicht mehr recht.

»Wie eigen mich hier alles berührt«, meinte er, »wie es beginnt, mich zu verändern.«

Sie gingen weiter. Unten im Herrenzimmer, dem Arbeitsraum des Toten, ward ihm wieder eigen beklommen zumut im Dämmerlicht der dickwandigen Erker. Über dem Schreibtisch hing ein verhülltes Bild Afras. Das Mädchen nahm den Schleier ab. Es raschelte darunter von verwelkten Blumen, und die Blätter sanken flüsternd auf die Gerätschaften des großen Tisches, zwischen die grünlichen Bronzeleuchter, deren Kerzen halb heruntergebrannt waren.

»In einem Sommer zog ein junger Mann durchs Land, dessen Beruf es war, Bilder zu malen«, erklärte Afra wichtig. »Er war unser Gast und mußte dies Bild machen. Er sagte mir, daß es nicht ganz vollendet sei, aber dem Herrn Grafen gefiel es wohl. Eines Morgens war er fort.«

»Weshalb?«

»Oh — er wollte sich mit mir verheiraten. Wo er stand, sprach er davon.«

»Und Sie wollten nicht?«

Afra drehte eine verdorrte Nelke in der Hand, ganz rasch, daß sie schwirrte.

»Ich?« fragte sie und begann zu lachen.