»Du junger Bursche wagst ...«

Da war er draußen, und die Tür war zugeschlossen, und die Finsternis verschlang die Versicherungen von Würde, die der Alte draußen keuchte.

Afra lachte krampfhaft auf.

»Verflucht«, sagte Martin, »das ist ja wahrhaftig die neue Gnädige. Ich habe mir gleich gedacht, daß es nicht gut geht.«

»Komm, hilf«, sagte Afra, die sich endlich gefaßt hatte. Sie trugen die ohnmächtige Frau schwer und langsam ins Nebenzimmer und legten sie auf das Bett des jungen Mädchens.

»Tot ist sie nicht«, sagte Martin.

»Schweig doch!« rief Afra heftig, aber in dem beinahe vertraulichen Ton, in den sie Martin gegenüber stets verfiel. Von frühester Kindheit an war eine bewährte Kameradschaft zwischen ihnen gewesen, die auch mit sich brachte, daß Martin sich mehr als alle anderen vor Afra erlauben durfte.

»Junge, Junge«, sagte er ratlos, »das passiert nicht alle Tage. Was soll ich denn jetzt tun?«

Afra stand vor dem Spiegel und ordnete ihr Haar.

»Mach drüben die Lichter an.«