Der Arzt nickte und verließ stumm den Raum.

Der Abend bekränzte das herrliche Schloß mit himmlischen Rosen. Unten im Weinlaub des Gartenhauses spielte der Lump seine Geige in der kühlen Luft. Helmut schellte nach Afra. Sie trat kurz darauf mit ernstem Gesicht vor ihn hin.

Er versuchte zu sprechen. Dann überwältigte ihn sein Schmerz zum erstenmal, als er Afras Augen voll heißen Mitleids auf sich ruhen fühlte. Er umschlang sie hilflos wie ein Kind und ließ sein Haupt an ihre Brust sinken.

»Afra, liebe Afra, sei barmherzig. Oh, bedenke, daß ich nichts bin als ein Mensch, nichts mehr habe als das was du mit deinen Armen stützt.«

Afra trat von ihm zurück. Da schrie er:

»Erbarme dich meiner! Erbarme dich meiner!«

Das Mädchen wurde bleich bis in die Lippen, und mit der Gebärde einer sich neigenden Bildsäule, steif und hart und hilflos, gab sie ihm ihren Mund für seine Küsse.

»Bin ich durch meinen Schmerz meiner Heimat ein einziges Mal nahe? Wieviel muß ich leiden, um erlöst werden zu können? Afra, mein Kind ist tot. Mein Sohn ist tot. Mein Weib wird nicht leben, bevor du ihr nicht zurückgibst, was ich dir geben muß.«

»Was soll ich tun?« fragte Afra.

Er flammte auf, als habe ihre Frage das bohrende Feuer seiner Hoffnung zum Lodern entfacht, aber als er ihr Gesicht sah, sank er auf die Knie.