»Du wirst es bis an deine letzte Stunde gut haben in meinem Hause«, flüsterte Helmut, und sein Herz strömte über. Er schlich leise vorüber und preßte die Zähne auf die Lippe. —
Die Nacht und den langen kommenden Tag hindurch bis in den späten Abend lag Wartalun mit seinen Menschen im düsteren Bann einer qualvollen Erwartung. Schon am Nachmittag unterrichtete der Arzt den jungen Grafen, daß er sich auf das Leben seines Kindes keine Hoffnungen machen dürfe, es müßte alles geschehen, was in Menschenkräften stände, das Leben der Mutter zu erhalten. Er mußte noch einmal nach Wartaheim und befahl Martin, der ihn fuhr, die Pferde zu mißhandeln. Trotzdem kam er mit seinen letzten Mitteln zu spät, und am Abend atmete das Schloß in tiefer Trauer auf.
Helmut war durch Bangen, Hoffnung und Selbstmarter nicht mehr fähig, die Kunde voll zu erfassen, die ihn betraf. Der Arzt fand ihn in seinem Zimmer vor dem Schreibtisch, und auf die Nachricht hin sank das gequälte Haupt des jungen Vaters auf die Arme nieder, die auf dem Tisch lagen.
»Die Mutter lebt, Herr Graf.«
Ein Kopfschütteln ...
Erst als der Arzt sich nach vielen Bemühungen zurückziehen wollte, richtete sich Helmut auf und fragte:
»War es ...« Er stockte.
Der Arzt war wieder an seiner Seite.
»Wonach fragten Sie?«
»Ein Sohn?«