Also bitte weiter zu hören, meine Herren. Ihr wollt Euren geliebten Oberst Max — hier steht er, Barthel ist sein Name, Alexander Barthel, na, Ihr werdet doch unsern großen, schönen Alexander kennen?«

»Ja! ja!« murmelten die Kürassiere mit Begeisterung.

»Also den wollt Ihr dem Friedländer — das heißt mir! — entreißen ... Ihr bildet Euch nämlich ein, ich hielte ihn in Gefangenschaft. Einzeln, truppweise strömt Ihr herein, und wie Ihr in den Saal kommt, seht Ihr etwas ganz Unerwartetes: Euer Kommandeur ist nicht gefesselt, sondern frei: nicht ich halte ihn, sondern etwas anderes, der stärkste Magnet, den es gibt, natürlich ein Frauenzimmer: die da, meine Tochter Jucunda, ich wollte sagen Thekla ...«

Ein weißer Schatten im halbdunklen Raum: sie, die Erträumte, von tausend Sehnsuchtsgedanken Umschwärmte, die Verkörperung des Mädchenideals deutscher Jugend im neunten Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts ... da stand sie im fußfreien grauen Rock, eine schlichte graue Bluse um den festen Oberkörper ...

»Nun stutzt natürlich jede Gruppe,« fuhr der Oberregisseur in seiner Instruktion fort, »und es verstummen die Rufe, mit denen Ihr einander angefeuert ... Die erstaunten Blicke gehen von ihm zu mir, von mir zu ihr — befangen flüstert einer dem andern zu, was er sich bei der Sache denken mag ... und so steht Ihr schweigend, mit gesenkten Schwertern ... nichts ist vernehmbar, als das leise Rascheln der eisernen Rüstungen — bis Euer Führer sich an Euch wendet und Euch warnt, ihm zu folgen. — Schlagen Sie an, Barthel!«

Und der schöne Alexander trat einen halben Schritt vor, sprach lächelnd, mit halber Stimme:

»Bedenket, was ihr tut! Es ist nicht wohlgetan,
Zum Führer den Verzweifelten zu wählen —
Ihr reißt mich weg von meinem Glück — wohlan,
Der Rachegöttin weih' ich Eure Seelen ...«

»Bitte halt!« unterbrach Burg. »In diesem Augenblick richtet sich jeder auf, die Augen blitzen mutig den Führer an: Herr befiehl! Wir sind Dein — führ' uns in die Schlacht, führ' uns in den Tod, wir folgen Dir ... Das geht wie ein Ruck durch die ganze eisenstarrende Gesellschaft durch, versteht Ihr? Und nun weiter, Barthel!«

»Ihr habt gewählt zu eigenem Verderben —
wer mit mir geht, der sei bereit zu sterben!«

so schmetterte der schöne Barthel heraus, berauscht von der klingenden Herrlichkeit seines erzenen Organs.