»I herrjemerschnee, Fräulein Thöny, was hat er denn nur, der Herr Pilgram, was hat er nur?« stammelte Frau Wehe.

»Still, still!« winkte Asta ab. »Lassen Sie mich einen Augenblick.« Und hastig sann sie, wo Hans Thumser nur stecken könne in diesem Augenblick ...

Ach so — Mittwoch — offizielle Kneipe ... Ach, sie kannte den Wochenkalender des Korps in- und auswendig. Also im Cafébaum, auf der Frankenkneipe ... Und da ... da würde ja auch der Rächer ihn suchen ... nein — das nicht ... o Gott, das nicht —

Und mit einem Ruck stülpte sie das Barett wieder auf, klappte den Kragen des Pelzjacketts in die Höhe, und triefend und schlotternd, wie sie war, rannte sie an der verblüfften Wirtin vorüber, flog die halbdunkle Stiege hinunter, stand auf der Sophienstraße ...

Drüben fluteten dichte Menschenströme, vom Glast der Laternen des Carolatheaters überstrahlt, vom Flockengestiebe silbern umflittert, in die dunkel gähnenden Pforten des Kassenflurs hinein.

Gott sei Dank, »Piccolomini« —! Asta war dienstfrei. In die erste Droschke, die drinnen ihre Fracht abgeladen hatte und aus der dunklen Ausfahrt herausrumpelte, sprang Asta hinein, rief im Einsteigen dem Kutscher zu:

»Kleine Fleischergasse, Cafébaum, so schnell das Pferd laufen kann — einen Taler Trinkgeld sollen Sie haben, wenn's rasch geht!«

Der Wagenschlag klappte, der Kutscher schlug die Peitsche dem Gaul um die dampfenden Flanken, und durch die dunklen, schneeverwehten Straßen schwerfällig von dannen rollte das Gefährt.

13.

Auf der Sophienstraße geriet Valentin Pilgram in den Schwall der Theaterbesucher hinein, der zum Carolatheater drängte.