War er besser als jene Jucunda? Er, der danklos und roh die Gesellin so köstlicher Entzückungen beiseite geschoben, um diesem gleißenden Phantom nachzujagen, das heute vor seinen entsetzen Augen die Larve hatte fallen lassen?
Asta! Asta! Dich hatte ich. Du hast dich mir geschenkt ... und ich ließ dich los und rannte einem Irrwisch nach ...
Ja, Hans Thumser ging streng mit sich ins Gericht. Er kam sich so klein vor, so dummejungenhaft, so unwert alles dessen, was die vergangenen Wochen ihm in den Schoß geworfen. Eine jähe Sehnsucht kam über ihn, sich in Astas Arme zu flüchten, die Stirn an ihre Knie zu drücken und um Verzeihung zu betteln.
Und doch — Knabentrotz und Knabenscham jagten ihn immer tiefer in die Schneewildnis hinein. Jetzt vor Asta hintreten und bitten: vergiß —?!
Sie würde sogleich begreifen, daß er — nun, daß er eben ... abgefallen war bei Jucunda. Und würde sie dann nicht triumphieren, sich bedanken für das Vergnügen, ihn über seinen Abfall trösten zu sollen?
Nein — das ging nicht. Das mußte man allein hinunterwürgen. Ha ha! Gab's nicht ein Mittel, die Qual dieser Beschämung, dieser fürchterlichen Blamage abzukürzen? Wozu war man denn Student — Korpsstudent — Fuchsmajor?! Und wozu heut abend offizielle Kneipe?
Ganz recht: besaufen werden wir uns! einen Eimer Bier in uns hineinpumpen, bis wir mitsamt der ganzen Corona der Füchse unterm Tisch liegen und den Himmel für 'nen Dudelsack ansehen. Hol' der Teufel die Weiber —!
Und morgen früh auf dem Fechtboden — Filzmaske aufgesetzt, drauflos gedroschen, solange Arm und Schädel halten wollen —!
Kaum konnte Hans die Stunde der offiziellen Kneipe erwarten. Als er zum Cafébaum schlenderte, grinsten ihm von allen Anschlagsäulen die riesigen Lettern entgegen:
»Wallensteins Lager«
»Die Piccolomini«