Pah! was für Hieroglyphen waren das eigentlich?! Was ging das alles ihn an? Pah, die Meininger! Pah! Schiller —!
Komödie ... Komödie!
Damit war man fertig, das mußte versunken sein und vergessen. — Und was stand ganz unten am Rande des Zettels?
»Freitag: Wallensteins Tod« —?!
Ja, hatte man gestern nicht selbst probiert, sollte morgen früh wiederum probieren für die Komödie von übermorgen? Hatte man nicht im Eisenwams der Pappenheimer Kürassiere gesteckt und sich als Friedländischer Reitersknecht gefühlt, eine Stunde lang?
Lüge, alles Lüge ... äffisches Spiel mit längst verpulster Glut, längst verschütteter Leidenschaft — Komödie das alles! Unwürdig des jungen sehnenden Menschentums, das man in allen Knochen fühlte, das leidend sich aufkrampfte gegen die Not der Stunde — das nach wildem Rausch, nach taumelnder Betäubung sich sehnte, das sich selbst vergessen wollte und vergessen alles um sich her —!
Nein — Hans Thumser wird niemals wieder Komödie spielen ...
Hans Thumser wird mehr nicht sein wollen, als er ist: ein ungarer, unfertiger Mensch, dessen verdammte Pflicht und Schuldigkeit das eine nur ist: zu lernen, zu arbeiten, sich zu stählen für die kommenden Kämpfe des wahren, des wachen Lebens. Morgen, morgen soll's beginnen — heut aber: Bier her! Saufen bis zum Umsinken! Vergessen ... vergessen ... vergessen ...
Da war der »Cafébaum«. Da winkte vom Sims des ersten Stockwerks das dreifarbene Schild, schneeüberlagert. Und der steingemeißelte riesige Türke, der sich von dem feisten kleinen Putten die Mokkaschale kredenzen läßt, trug über seinem steinernen Turban einen doppelt so hohen aus Schnee ...
Nun die enge, muffige Stiege hinauf, nun die Klingel gezogen. Drinnen lärmten schon die Korpsbrüder, die sich zum gewohnten Zechgelage versammelten. Als der Korpsdiener öffnete, empfing den Ankömmling schon auf dem Korridor, wo rings die grünen Kneipjacken mit den rot und goldenen Schnüren an den Wänden hingen, lautes Hallo.