Der Schneefall hatte aufgehört. In winterlicher Schwermut gähnte die menschenleere Straße. Und in die lautlose Stille, welche die abendliche Stadt überlagerte, klang nun von drüben ein munterer Burschensang, gedämpft durch die Doppelfenster, doch deutlich vernehmbar. Die Weise meinte Asta zu kennen, aber Worte dazu wußte sie nicht. Ach, da oben war er, der liebe, böse Junge ...

Schau! zur Rechten, vom Marktplatz her glitt lautlos ein riesiger Schatten heran, scharf abgezeichnet von dem weißen Grunde der Straße, vom gelben Lichthof, den die Laternen in die Nebel der Nacht zeichneten.

Er war's! Mit raschen Schritten steuerte er dem »Cafébaum« zu. Da schoß Asta über den schmalen Straßendamm, traf hart an der Tür auf Pilgram:

»Herr Pilgram — ach, Herr Pilgram!«

Gesenkten Blickes war jener geschritten, nun schrak er zusammen bei der unerwarteten Begegnung.

»Ah — Sie, mein gnädiges Fräulein? — Ja, um Gottes willen, sind Sie denn toll? Warum nicht im Bett — warum hier — was soll das heißen?!«

»Ich hatte solch entsetzliche Angst, Herr Pilgram!«

»Angst? Was fällt Ihnen ein! Angst? Um wen?«

»Um Sie, Herr Pilgram, um Sie und ... ach! Sie wissen's ja ... um wen — um wen noch. Herr Pilgram, ich bitte Sie — ich flehe Sie an, was haben Sie vor gegen Herrn Thumser?«

Flehend hatte sie mit beiden Händen den linken Arm des Studenten umklammert.