»Aber ich verstehe faktisch nicht,« stammelte Hans. »Wenn ich Dir sage, daß ich auch nicht die entfernteste Ahnung habe —!«
»Ich frage Dich, ob Du heut nachmittag bei Fräulein Buchner warst? Gib Antwort — oder ich mache kurzen Prozeß mit Dir!«
Nun richtete sich Hans denn doch aus der unsicheren Haltung verlegenen Staunens zu seiner ganzen Größe auf. Zwar reichte er nicht an die riesige Länge des einstigen Freundes, aber gleich straff emporgereckt stand er ihm gegenüber, sah ihm von unten frei und trotzig ins Gesicht, und funkelnd, wie zwei Säbelklingen in der Auslage, so blitzten das braune, das blaue Augenpaar einander an.
»Ich frage Dich,« sprach er kalt gemessen, »was Dich berechtigt, mich in einem derartigen Ton zur Rede zu stellen?«
»Das weißt Du.«
»Nein, ich weiß es nicht. Ich wünsche es von Dir zu hören.«
»Ich verzichte darauf, Dir Aufklärung zu geben. Ich wiederhole Dir meine Frage — willst Du antworten?!«
»Wer mich in diesem Tone fragt, bekommt keine Antwort!«
»Schön! Was wirst Du nun aber sagen, wenn ich Dir mitteile, daß in derselben Stunde, in der Du bei Jucunda Buchner warst, Fräulein Asta Thöny am 'Wassergott' in die Pleiße gesprungen ist —?!«
Da wurde Hans Thumsers fester Blick plötzlich stier und starr. Die Kinnbacken klappten herunter, langsam schob sich seine Rechte an der Brust empor, glitt tastend nach dem Achtzentimeterkragen.