»Das müßte ich denn doch wohl wissen, mein Fräulein!«

»Es ist aber so, Herr Präsident.«

»Hm ... lassen wir's zunächst einmal dahingestellt, ob Sie recht haben. Was veranlaßt Sie, mir diese Mitteilung zu machen?«

Asta war auf diese Frage vorbereitet und hatte sich ihre Antwort zurechtgelegt.

»Ich bin ... mit Herrn Thumser ... nahe befreundet.«

»Hm — mit Herrn Thumser? Sie machen mir also Ihre Mitteilungen weniger im Interesse meines Sohnes als vielmehr in dem des Herrn Thumser, wenn ich recht verstanden habe?«

»Nein, das doch nicht, Herr Präsident. Allerdings ... vor allem doch wohl Herrn Thumser zuliebe ... Aber Ihren Herrn Sohn kenne ich auch, zwar nur sehr flüchtig, aber ich bin ihm zu großem Dank verpflichtet, er hat mich ... er hat mir gestern ... das Leben gerettet.«

Der alte Herr sah das erregte Mädchen mit einem Blick an, in dem ganz deutlich zu lesen war, er zweifle an ihrem Verstand.

»Darf ich Sie bitten, meine Gnädigste, Ihren Schleier zu heben, damit ich sehe, wen ich eigentlich vor mir habe?!«

Mit zwei raschen Bewegungen streifte Asta Thöny den Schleier in die Höhe. Sie fühlte sich mit scharfer Prüfung gemustert. Aber das Ergebnis mußte wohl nicht ungünstig sein, denn erheblich liebenswürdiger als zuvor fuhr der alte Herr fort: