»Jawohl, die da ... zum Dank für ... vorgestern!«
»Ach, ich glaube, es war ihr weniger um mich zu tun ...« sagte Valentin Pilgram und suchte das Auge des wiedergefundenen Freundes.
Aber der hatte keinen Blick für ihn. In tiefer Erschütterung, regungslos starrte er zu der hellen Gestalt hinüber, die über die weißen Schollen herangeschwebt kam wie ein Frühlingshauch. Als sie nun aber stehen blieb, da sprang er ihr entgegen, die Hände weit ausgestreckt. Da hob auch sie ihm die Hände entgegen, und er ergriff sie und drückte sein glühendes Gesicht hinein.
Erbprinz Heribert hatte nach seiner Rückkehr vom Morgenritt wie gewöhnlich von neun bis zwölf das Kolleg besucht und war dann in seine Wohnung im Hotel Hauffe zurückgekehrt, um mit Major von Gorczynski zu frühstücken.
»Nun, Durchlaucht, wie war's?« Der Major hob das Portweinglas.
»Danke, ganz nett.«
»Nur ganz nett?!«
»Ach, wissen Sie, lieber Gorczynski, ich glaube, das ist eine von den ganz Gerissenen ... die sichert sich vorher — verstehen Sie?«
Der aufwartende Lakai brachte auf silbernem Brett eine Besuchskarte. Der Prinz las:
Pilgram
Senatspräsident am Königlichen Oberlandesgericht
Dresden.