»Bitte Platz nehmen!« schnarrten da die Stimmen der Schaffner.
Da warf Asta die Arme um Hans Thumsers Nacken. Es kümmerte sie nicht, daß die Kollegen vom Fenster aus mit Grinsen und halblautem Scherz den Abschied beobachteten ...
»Leb wohl ... mein Hanserl ... auf ewig ... leb wohl ...«
»Nein ... nicht auf ewig ... das ist ja unmöglich ... das ertrag ich ja nicht —«
»Ach, Hanserl — wie gut Du das ertragen wirst ... aber Du ... von Zeit zu Zeit einmal an mich denken ... gelt? an ... Dein ... erstes Glück ... gelt, Hanserl?!«
Aus der finstern Halle polterte der Zug in die sonnige Morgenhelle hinaus. Grell im Sonnenlichte leuchtete der weiße Rauchschwaden, den der enteilende Schlot der Maschine hinter sich herzog. Und ein großes Abschiedwinken ging aus den Fenstern des Zuges, ging auf dem Bahnsteig, wo in ganzen Rudeln die Freunde und Verehrer standen, welche die scheidende Künstlerschar bis zum letzten Augenblick begleitet hatten ...
Ein Tüchlein aber wehte länger als alle andern ... und Hans Thumser blickte ihm nach, winkte ihm nach, bis alles vorbei war.
Dann wandte er sich rasch und schritt gesenkten Hauptes aus der Halle. Einen Korpsstudenten in Couleur sollte niemand weinen sehen.
Von Walter Bloem sind früher erschienen:
Sonnenland