»Gnädiges Fräulein ... ich ... ich will nicht weiter beschwerlich fallen ... Sie wissen nun, daß jemand zur Hand ist, wenn's not sein sollte ... Wenn Sie also nichts weiter von sich hören lassen — dann — na dann darf ich ja wohl annehmen, daß ... daß alles in Ordnung ist ... und dann werd' ich also in Gottes Namen weiterschlafen!«

Auf einmal ein Laut ... kein Weinen ... auch kein Wort ... etwas andres ... etwas Silbern-Zwitscherndes — ein ganz feines, ersticktes Kichern ...

»Ach so —!« sagte der Student völlig beruhigt. »Na, denn gut' Nacht, mein gnädiges Fräulein, und sei'n Sie nicht böse!«

Und krachend warf er sich auf die rechte Seite, fest entschlossen, nun aber auch a tempo

Da horch! Noch einmal ein Lachen, nun aber hell, übermütig — und dann die Stimme, die girrende, die streichelnde der Agnes Sorel:

»Aber bitte ... ich muß ja doch danken für die gute Meinung! Aber sei'n Sie ganz ruhig — mir fehlt wirklich nix — ich hab' nur so ein bissel für mich geweint — das kann doch vorkommen — gelt?«

»Na — wenn's weiter nichts ist ... ich hab' ja solch einen Schrecken bekommen ...«

»O — das tut mir leid — ich hab' Sie so friedlich — na ja, so friedlich schnarchen gehört — da hab' ich gedacht: den störst du nicht ... und da hab' ich halt ein bissel geweint ... Nehmen Sie's nicht übel, es soll nicht wieder passieren ...«

»Aber bitte — von meinetwegen — ich weiß ja jetzt, daß es nichts weiter zu bedeuten hat, wenn Sie einmal nachts weinen — da werd' ich mich also künftig auch nicht mehr drum aufregen ...«

»Ach du lieber Gott — zu bedeuten hat's schon was ...«