Aber — wenn's nun gar nichts Ernstes wäre — vielleicht nur eine Laune, eine kindische Gereiztheit — was weiß ich — dann hätte man um nichts und wieder nichts den schnarchenden Schlummer der ehrsamen Wittib gestört ... und es gäbe gar noch eine Szene, nachts um halb vier ...
Enfin — was geht's mich an? Decke über die Ohren und weiter dachsen!
Ja, wenn das so ginge! Die Phantasie hebt an zu spielen — dringt durch die Finsternis, die Tapetenwand und malt in rosigen Farben das Bild des einsam weinenden Kindes da drinnen ... und ach, das bange Schluchzen dringt auch zum verbarrikadierten Ohr ...
Mut! Es muß!
»Gnädiges Fräulein —?« ganz leise, kaum geflüstert ...
Das Weinen geht weiter, still und bitter ...
»Gnädiges Fräulein —?«
Auf einmal ist's still da drüben — Finsternis und lastende Stille ringsum ...
»Verzeihen Sie, mein gnädiges ... Fräulein ... ich ... hörte ... ich ängstige mich ... Sie möchten nicht wohl sein ... Hilfe brauchen ... darum hab' ich mir die Freiheit genommen ...«
Noch immer alles still ... offenbar ist man böse ...