Weinen ... Weinen einer Frauenstimme — ganz leise, mühsam unterdrückt ... von Tränen umschleiert ... erschütternd ...

Nun scheint's zu verstummen ... horch — kein Laut mehr ... doch nein — nur heftiger jetzt die wimmernde Klage ...

Um Gott — das ist — da nebenan — das ist ... Asta Thöny ...

Tränen ... Tränen in Frauenaugen — entsetzlicher Gedanke für einen Jüngling, einen tatensehnsüchtigen, weltgläubigen — wer konnte glücklich sein, ach nur ruhig sein, nur schlafen — wenn ein Mensch, ein Mädchen weinen mußte?!

Himmel — vielleicht ist sie krank geworden — Agnes Sorel, die kätzchenweiche, mit dem süßen, rosigen Hals, den dunklen, flirrenden Augensternen ... windet sich in Schmerzen ... und niemand hört sie, niemand steht ihr bei, denn sie ist nicht ein gehegtes, umsorgtes Haustöchterlein wie Hansens Schwestern daheim — sie ist ganz allein auf der Welt — einsam, schutzlos, hilflos ...

Gott, wenn das doch enden wollte! Das ist ja nicht zu ertragen, diese hilflose Klage ... Aber was kann man tun?

Sich melden — seinen Beistand anbieten ...

Aber — könnte das nicht — mißverstanden werden? Nachdem er nun einmal die dummen, zudringlichen Verse hinübergeschickt? Und einen so wohlverdienten, ach, eigentlich noch viel zu schmuck bebänderten Korb gekriegt?

Aber — wenn sie nun wirklich leidend wäre — Hilfe brauchte — gewiß, sie würde nicht böse werden ...

Oder — wenn man Mutter Ach weckte — und ihr mitteilte, das Fräulein scheine nicht wohl zu sein?