»In der Tat, die Sache ist zum Wälzen,« sagte der Prinz — »aber Teufel auch, wie bringen wir diesen rabiaten Burschen, den guten Pilgram, zur Ruhe? Wie die ganze verfahrene Karre wieder ins Gleis? Ich danke für einen Skandal ... die Sache muß unbedingt in aller Stille arrangiert werden.«

»Durchlaucht,« sagte der Major, »ich bin natürlich schuld. Ich habe unsre ... hm, hm ... unsre vollkommen harmlose Soupereinladung scheinbar doch ein bißchen zu herausfordernd stilisiert ... ich übernehme selbstverständlich jede Verantwortung. Zunächst werde ich zu Fräulein Buchner hinfahren, mich als den Schreiber des ... verhängnisvollen Zettels bekennen ... und für mich, als den allein schuldigen Teil — die Verzeihung dieser ... nun der jungen Dame erbitten. Damit dürfte dann wohl die Angelegenheit vollkommen erledigt sein — nicht wahr, Herr Borgmann?«

»Hm ... ich will's hoffen,« meinte Herr Borgmann etwas kleinlaut. »Wenn ich den Fall richtig taxiere, ist mein Herr Auftraggeber in ... na, in gewissen ... heiligen ... Gefühlen gekränkt ... die bei etwas temperamentvollen jungen Leuten leicht eine ... etwas explosive Form annehmen ...«

»Ach so — Koller nennt man das ja wohl,« näselte der Erbprinz. »Ja ... aber wenn ein solcher — hm ... pathologischer Zustand gemeingefährlich wird, dann muß eben eine Radikalkur versucht werden. Aeh — die Sache ödet mich ... Ich wünsche, lieber Herr von Gorczynski, daß Sie die Angelegenheit völlig ins Reine bringen, verstehen Sie mich?«

»Gewiß, gewiß, Durchlaucht, ich werde es an nichts fehlen lassen ...« hastete der Major beflissen.

»Und Sie, Herr Borgmann? Ich rechne auf Ihre Mitwirkung zu einer absolut geräuschlosen Beilegung!«

»Durchlaucht wollen versichert sein, daß ich mein möglichstes tun werde!«

Mit kurzer Verneigung schritt der Prinz an den beiden Herren vorüber und überließ sie ihrer Ratlosigkeit. Auf dem Wege zum Speisesalon brach er in ein schallendes Gelächter aus.

So eine gerissene Katze — bringt's fertig, einen Prinzen, einen Prinzenbegleiter und einen langen Laban von Schlagetot vor ihren Reklamewagen zu spannen ... und sowas ist achtzehn Jahre alt und spielt weißgewaschene Tugendengel dermaßen überzeugend, daß einem ganz kniefällig dabei zumute wird ... Na, warte Du, Dich zähm' ich mir noch mal, Du süße, weiße Bestie Du — das lohnt doch noch der Mühe!

»Sie, lieber Aldringen, geben Sie mal 'n Glas Pommery — aber etwas lebhaft, bitte!«