Hans Thumsers Blicke wanderten rastlos von einer zur andern. Welches Glück, daß er den goldenen Apfel des Paris nicht zu vergeben hatte!
Und Valentin Pilgram? Und die Affäre? Schon längst wieder versunken ... kaum die Oberfläche des Gesprächs hatte sie gekräuselt, die Geschichte von dem wackren Gesellen, der um dieses achtzehnjährigen Weibes willen sein Blut, sein Schicksal aufs Spiel gesetzt hatte — als Dank für ein paar freundliche Worte, die sie ihm geschenkt ...
Dieser Gedanke tauchte dann und wann flüchtig auf in Hans Thumsers Denken — aber die Gegenwart, die nie erlebte, der beiden jungen, blutjungen und doch schon aller Machtmittel ihres Geschlechtes kundigen Geschöpfe verdrängte das Bild des Korpsbruders, das heut morgen in so lichtem Heroenglanze gestrahlt hatte.
»Sagen Sie, Herr Thumser, was studieren Sie eigentlich?« fragte Jucunda.
»Gott, was studier' ich? Die Geheimnisse des S. C. Paukkomments — die Kunst, eine Tiefquart unter der steilsten Auslage hindurch in die Nasenspitze des Gegners zu dirigieren ...«
»Das glaub' ich nicht ... so sehen Sie nicht aus, als ob das alles wäre, was Sie treiben ...«
»Na ... meine kümmerlichen Versuche, mich mit der Juristerei anzufreunden, werden Sie mir doch wohl kaum am Gesicht ansehen können?«
»Das nun schon gar nicht! Nein, es steckt noch etwas andres hinter Ihnen —«
»Soll ich's verraten?« fiel Asta ein — »ich weiß es nämlich ...«
Und mit ihrem Spitzbubenlächeln, das Köpfchen tief auf die weiche Schulterlinie geneigt, fing sie an zu rezitieren: