Alles klappte vortrefflich.
Zwar Martin Flambergs Malerauge stand Qualen aus, als er die Farbenzusammenstellungen an Kostümen und Dekorationen sah ...
Leutnant Blowitz, der »für die Regie verantwortlich zeichnete«, hatte sich törichterweise nicht entschließen können, die Unterstützung des doch im Regiment vorhandenen Malers heranzuziehen. Wozu von der Anerkennung der Vorgesetzten und ihrer Damen noch etwas auf einen Herrn fallen lassen, der in drei Wochen wieder nach Hause ging ...? Das konnte doch in der Familie bleiben ... das konnte man ja selber verdienen ...
Die Folgen waren schrecklich.
Frau Cäcilie natürlich sah so blendend schön aus, wie ihr Kostüm und ihre Frisur geschmackvoll und sachgemäß waren, aber die Majorsmädels in ihren roten und lila allegorischen Kostümen aus dem Maskenverleihgeschäft, und vollends Leutnant Blowitz als »Krieg« in einer Rüstung, die ein Mittelding zwischen einem mittelalterlichen Ritterharnisch und einem griechischen Heroenpanzer darstellte und aussah, als sei sie aus Trümmern von Konservenbüchsen zusammengenietet ... geradezu schaudervoll!
Die Dekorationen zu den lebenden Bildern hatte ein kundiger Thebaner von Anstreichergehilfen, den Blowitz unter den Füsilieren der dritten Kompagnie ausfindig gemacht, nach dem Muster der berühmten Gemälde im Offizierkasino zusammengepinselt.
Vor diesen fragwürdigen Hintergrund hatte Blowitz die lebenden Bilder gestellt, so gut er's verstand.
Er war nicht ungeschickt in solchen Veranstaltungen. In seinem frühern Regiment war er vereidigter Festarrangeur gewesen ... und das hatte ihm den Rücken gesteift gegen die Versuchung, den Sachverständigen heranzuziehen, der zur Hand gewesen wäre.
Na, es ging auch so. Und jedenfalls — das Publikum war von der Leistung, die auf dem eigenen Holze des Regiments gewachsen war, vollkommen zufriedengestellt.
Und als schließlich im letzten Bilde die Gipsbüste Seiner Majestät erschien, von den flackernden und knisternden Flammen zweier bengalischer Feuerwerkskörper beiderseits angestrahlt, umgeben von einer Huldigungsgruppe von Soldaten und allegorischen Jungfrauen — da erhoben der General und der Oberst sich mit einem klirrenden Ruck von ihren Stühlen, die ganze Zuschauerschaft folgte, die Regimentsmusik schmetterte die Kaiserhymne, und in heller Begeisterung vermischten sich die hellen Stimmen der Damen mit den dröhnenden der Offiziere.