Dann tönte lauter Applaus ... der Vorhang über dem lebenden Bilde öffnete sich zum zweiten Male ... und nun rief der General mit schallender Stimme in den Saal: »Seine Majestät, unser allergnädigster Herr — Hurra — Hurra — Hurra!«
Die Fensterscheiben klirrten ... die Damen winkten mit der Hand und schwenkten ihre weißen Schals ... die Musik gab im Tusch das Letzte ihrer Lungenkraft her ... es war ein Getöse, als solle der jüngste Tag anbrechen ...
Und abermals dröhnender Applaus ... die Darsteller verneigten sich ...
Aus den Reihen der jüngern Offiziere tönten laute Rufe: »Blowitz — Blowitz —!«
Die Gruppe schob den »Krieg« in den Vordergrund ... er verneigte sich, hold errötend unter seiner Schminke ... immer und immer wieder ...
In der Ecke hinter dem Vorhang aber stand im Ordonnanzanzuge der Festspielpoet ... Um ihn kümmerte sich kein Mensch, selbst Molly von Sassenbach hatte ihn ganz vergessen ...
Oder ob auch sie das Gefühl hatte, daß es ein wenig stilwidrig wirken würde, wenn in diesem Augenblick ein Unteroffiziersrock und ein Paar »Porzellanbuchsen« im Vordergrunde des Bildes erschienen ...?
Erst als nun der Vorhang zum letzten Male gefallen war und die Mitwirkenden in glückseliger Erregung, froh des stolzen Gelingens, laut plaudernd und schwatzend in die als Garderobenräume eingerichteten Korridore abströmten, gewahrte Molly plötzlich den unglücklichen Einjährigen in seiner Ecke: »Herrgott — Sie haben wir ja ganz vergessen — —! Na — das ist 'ne schöne Bescherung —!«
»Poetenlos — gnädiges Fräulein!«
»Na warten Sie — nachher wird der Oberst sicher mit Ihnen sprechen — und dann — dann tanzen wir zusammen, wir zwei — nicht wahr, Herr Friesen?!«