So hatte er der Frau von Brandeis den Witwer Major Blasberg als Tischherrn gegeben und sich selbst an ihre rechte Seite gesetzt — — Flamberg gegenüber an die andere Hufeisenseite.

Von den Reserveoffizieren hatte nur der harmlose, dicke Oberleutnant Brassert eine Tischdame bekommen, ein ältliches Stiftsfräulein, eine arme Verwandte des Majors Blasberg, die dem um zehn Jahre jüngern Vetter seit dem Tode seiner Frau die Haushaltung führte ... Mit dieser anmutigen Nachbarin saß Brassert, wie üblich, am Stabstisch.

Frau Cäcilie unterhielt ein krampfhaftes Gespräch mit ihrem schweigsamen Tischherrn und mied es geflissentlich, ihrem Nachbarn zur Rechten auch nur ein Wort zu schenken.

Gräßlich ... fühlen zu müssen, daß er keinen Blick von den Bewegungen ihrer entblößten Arme ... von dem Spitzensaum ihres Halsausschnitts verwandte ...

Er knirschte über diese Vernachlässigung. Na, warte nur — ein bißchen mehr als Luft bin ich doch — — Das sollst du merken, schöne Frau! —

Als wiederum in der stockenden Unterhaltung seiner Nachbarin eine Pause eingetreten war, neigte er sich zu ihr, die sich beharrlich von ihm abgewandt hielt: »Gnädige Frau scheinen mich schlecht behandeln zu wollen?!«

»Ich ... Sie? — ich behandle Sie überhaupt nicht!«

»Na ja, ich bin in Ungnade bei Ihnen — das weiß ich ja!«

»So — das haben Sie also gemerkt!? — Dann wundert's mich, daß Sie als Arrangeur der Tafel keine unterhaltsamere Nachbarschaft für sich gewußt haben als mich!«

»Aber, gnädige Frau — verstehen Sie das denn nicht? — Ich hoffte Gelegenheit zu haben, mich Ihnen gegenüber in ein besseres Licht zu setzen!«