»Ja, sehen Sie — dann haben Sie sich also getäuscht!«
»Das merk ich allerdings! — Schade! Mir fehlen leider Gottes die Qualitäten, mit denen man sich bei Ihnen beliebt machen kann. Schlichter Soldat wie ich, verstehe nichts von Musik, malen kann ich auch nicht ... kurz, nicht für fünf Pfenn'ge Chance ...!«
»Nun also ... Warum haben Sie sich denn mit aller Gewalt den schönen Abend durch meine Nachbarschaft verderben wollen?!«
»Gnädige Frau — was tut man nicht für das Glück, einen Abend neben der schönsten Frau im Regiment sitzen zu dürfen. — So was kommt sobald nicht wieder, daß es von einem selbst abhängt. — — Der Vorzug, in Ihrem Hause zu Gaste geladen zu sein — der hat mir bis jetzt ja nicht geblüht, wenn ich auch ebensogut wie alle andern Herren Ihnen meine Aufwartung gemacht habe — —«
»Herr Oberleutnant, Sie wissen so gut wie ich, daß Sie sich das Recht auf Gastfreundschaft in meinem Hause verscherzt haben!«
»Ah — das ist also noch immer nicht vergessen?! — Tja — ich versteh es eben nicht so gut wie mancher andere, meine Empfindungen im Zaume zu halten —!«
»Pah — Empfindungen — — Sie und Empfindungen?! Sie wissen überhaupt nicht, was Empfindungen sind — —!«
»Ich weiß nicht, was —?! Haha ... man möchte wahrhaftig anfangen, mit Gegenbeweisen zu renommieren ...!«
»Unnötige Mühe! Ihr Renommee ist stadtkundig!« —
»Tja ... was bleibt unsereinem übrig ... die Frauen, die man möchte, sind bereits anderweitig vergeben ... und überdies so unangenehm tugendhaft ... wenigstens unsereinem gegenüber! ... Tja — wenn man ein Ritter der Feder wäre, wie dieser Tapergreis, der Frobenius ... Sehn Sie nur, gnädige Frau: Nelly von Sassenbach plaudert mit ihm über die ganze Tafel hinüber, und Herr von Schoenawa, ihr Tischherr, ist kaltgestellt ... Ja ja, die Herren von der Reserve ... die Herren von der Intelligenz ... das ist mal was anderes für die Damen ... da können wir einfachen Soldaten nicht konkurrieren ... Und wenn man nun gar ein berühmter Maler ist, wie ein gewisser anderer Herr — —«