»Bitte, sprechen Sie sich nur ruhig aus, Herr Oberleutnant —!«

»O ich — — Sie werden begreifen, daß es mir nicht ganz gleichgültig sein kann, wenn man selbst von einer Dame so deutliche Zeichen ihrer Abneigung bekommen hat ... und irgend so ein Herr, der mal auf acht Wochen hier hineinschnüffelt ... der darf dann mit dieser selben Dame allein sein ... Wochen hindurch ... stundenlang ... Ich begreife Herrn von Brandeis nicht — wahrhaftig!«

»Herr Menshausen, Sie sind denn doch von einer Geschmacklosigkeit! — — Wenn ich das nun meinem Mann erzählte?!«

»Das ... würde sich wohl kaum empfehlen, gnädige Frau ... Ich bin der beste Schütze im Regiment!«

»— — Sie sind verrückt! —«

Mit bebenden Lippen wandte die schöne Frau dem Frechen den Rücken.

Himmel ... wenn nur Major Blasberg nichts gehört hatte! — Aber nein ... der war tief, tief in sich versunken ... stumm sah er die Perlen in seinem Sektglase aufsteigen ... Frau Cäcilie wußte: der eiskalte, unzugängliche Mann dachte an nichts als an seine Frau, die seit zwei Jahren in kalter Friedhofserde lag ... an die Mutter seiner drei Buben ...

Gott, wie verschieden doch die Herzen ... die Charaktere aller dieser Männer, die einen Rock trugen ... eine Sprache sprachen ... das gleiche, mathematisch abgemessene und umzirkelte Leben führten ...

Wenn sie selber nun heute stürbe?! — Fritz, das wußte sie, würde dann auch so sitzen ... viele, viele Jahre lang ... und kein Weib mehr anschauen nach ihr ...

Und jener andere — nach dem jede Fiber ihres Leibes ... jeder Herzschlag ... jeder Gedanke sich sehnte?