»Bitte, lassen Sie sich nicht stören!«
— — Was war das gewesen? Was für ein Mißton — was für ein häßlicher Hauch war da herangeweht? Die gnädige Frau so überaus liebenswürdig gegen den Herrn von der Reserve — das ist allgemein aufgefallen! Herrgott, war der Kommißtratsch denn schon wieder am Werk? Und an Cäcilie wagte sich das heran, an seine Cäcilie? Himmelbombenelement!
Wo war sie nur? Schau — da schwebte die weiße Gestalt hin — wie eine Krone umschloß das braungoldene Haar die weiße Stirn — fest schmiegte sie sich an ihres Tänzers breite Brust — an Herrn Flambergs Brust —
Wahrhaftig — vielleicht doch ein bißchen zu fest für die scharfen Augen, die spitzen Zungen der Sittenwächterinnen da hinten auf dem Drachenfels ...
Und wie sie glühte ... er auch ... Mein Gott, warum sollten sie nicht?! — waren sie nicht beide Temperamentsmenschen? fröhliche Genießer, die sich ganz hingaben an den schönen, festlichen Augenblick ...?
Immerhin ... ein wenig Rücksicht nehmen mußte man schon ... wir kennen doch dies Klatschweibergesindel ... ob das Unterröcke trägt oder Hosen mit Stegen ... Vielleicht ... wäre doch ein Wink der Warnung an Cäcilie angezeigt ...
Ach, Unsinn! — Wozu ihr die unbefangene Freude trüben —? Seine Cäcilie ... er kannte sie doch! Und Flamberg! ... Hand ins Feuer für den!
Der Walzer klang aus. Quer durch den ganzen Saal, mit strahlendem Lächeln, schritt Fritz von Brandeis auf das Paar zu, das eben glühend, schweratmend, den Tanz beendet hatte. Und in heiterm Geplauder nahm er Cäciliens Arm und spazierte noch ein Weilchen mit ihr und Flamberg durch den Saal.
Mochten die Klatschweiber sich die Mäuler zerreißen!