»fühl' deines Herzens Schlagen ...«

Ach ... und dann ... dann war ja das Unvergeßliche ... das schier Unglaubliche gekommen ...

»und Lippe weilt auf Lippe fest ...«

Schau, da war ja wieder eine Strophe beisammen — und auch die stand fest auf ihren vierzehn Versfüßen ...

Vor dem Dichter trottete in mürrischem Schweigen sein Kompagnieoffizier, der Leutnant Quincke.

Scheußliche Sache, so ein Manöver! — Eigentlich Dienst von morgens früh um drei bis abends um zehn und von abends um zehn bis früh um drei ... Die Körperpflege wurde nur noch markiert ... aussehen tat man schon mehr wie ein Latrinenreiniger und nicht wie ein Angehöriger des ersten Standes der Nation ... Dabei seit vierzehn Tagen kein weibliches Wesen mehr zu Gesicht bekommen ... die dreckigen Bauerntrinen zählten nicht mit — die waren höchstens was für die Herren Burschen!

Und was das Lächerlichste war ... seit acht Tagen führte dieser krumme Landwehronkel, dieser Leutnant Frobenius, die Kompagnie an Stelle des Hauptmanns Goll, der seinerseits als ältester Kapitän des Regiments für den Major Blasberg die Führung des zweiten Bataillons übernommen hatte.

Blasberg hatte am Tage nach dem Regimentsfest, unmittelbar vor dem Ausrücken ins Manöver, in eine Nervenheilanstalt gebracht werden müssen. Die Schwermut, die ihn seit dem Tode seiner Frau zu Boden gedrückt hatte, war plötzlich als ausgesprochen krankhafte Melancholie zum Ausbruch gekommen.

Und so war nun der unmögliche Landwehroffizier der unmittelbare Vorgesetzte seines patenten Kameraden für die Dauer der Herbstübungen geworden ...

Und nun das Allerunglaublichste ... die Sache klappte —!