»Alles Glück der Erde

liegt auf dem Rücken der Pferde,

in der Gesundheit des Leibes ...«

Freilich, damit war's nun auch Schluß ... Glück am Herzen des Weibes — damit würde es wohl niemals was werden ...!

Seit seinem Sturz im Tanzsaal hatte er jede Hoffnung aufgegeben. »Herrgott nein, mit Ihnen ist aber auch wahrhaftig gar nichts anzufangen«, das klang ihm noch immer im Ohr, und immer meinte er das hochmütige, zurückgeworfene Köpfchen, das empört aufstampfende Füßchen im Goldkäferschuh zu sehen ... ihr hastiges Vondanneneilen ... den Ausdruck der Wut über die gräßliche Blamage und den verdorbenen Abend im Klang ihrer Stimme ... in jeder Bewegung ...

Abschiedslos war sie ihm enteilt, und auch als Dienstag morgens um vier Uhr in der Dämmerung das Regiment von der Kaserne aus an der Wohnung des Majors vorbeimarschiert war zum Bahnhof hin, da hatte sie mit ihrer Mutter und Schwester auf dem Balkon gestanden und allen Herren einen freundlichen Abschiedsgruß gewinkt ... als aber er, Wilhelm Frobenius, auf seinem Roland den Säbel vor ihr gesenkt, da hatte sie kühl über ihn hinweggeschaut und dann Herrn Quincke, den Führer des vordersten Zuges der Zweiten, mit um so deutlicherer Freundlichkeit gegrüßt ...

Ade Hoffnung ... ade Träume ... ade süße, stolze Verkörperung des alten Amazonenideals ...!

Nein, es war vorbei ... keine Hoffnung mehr ...! Und selbst auf das Wiedersehen konnte er sich nicht mehr freuen ... auf das Wiedersehen, das wenigstens im Bereich der Möglichkeit lag. Denn er wußte ja von seinem Freunde Flamberg, daß die Amazone mit ihrer Schwester ebenfalls auf den Hunsrück hinaufgepilgert war ... Nein, hoffen und sich freuen — das gab's nicht mehr.

Und dennoch ...!

Wilhelm Frobenius zog die Manöverkarte aus seiner Packtasche. Der Regen prasselte auf das Zelluloidfutteral, und durch die Tropfen hindurch suchte der Reiter den Namen, um den sich trotz allem immer und immer seine Träume rankten ...