Er fühlte sich persönlich verantwortlich für das leibliche Wohlergehen seines Kompagniechefs, seines Kameraden Carstanjen und der beiden Gäste des Offiziertisches, des Kompagniefeldwebels und des jungen Fahnenjunkers von Erichsen.
Er pustete, pustete, pustete. — Dunkelrot schwoll ihm das Gesicht ... Aschenflocken stoben ihm um die Nase ...
Gott sei Dank! Endlich schwelte ein schwaches Flämmchen auf, qualmig fauchte es in das nasse Stroh hinein ... »Sauerei verfluchte —!« ... Er richtete sich auf.
In diesem Augenblick scholl hinter seinem Rücken ... scholl — — was —?! Das mußte ein Traum sein — scholl ein silbern schmetterndes, dreistimmiges Frauenlachen — —
Er fuhr herum.
Bei Gott ... da standen drei schlanke Gestalten ... drei glühende, regenfeuchte Gesichter strahlten aus den aufgeklappten Kragen der Gummimäntel unter unförmlichen Wachstuchmützen ... in nasse Strähnen zusammengepappt hingen die rötlichblonden Haare der einen, die weißblonden der beiden andern über die erhitzten Wangen ... Nelly und Molly von Sassenbach und ... sie.
»— Hahaha, Herr Leutnant Flamberg ... nein — wie Sie bloß aussehen ... einfach zum Wälzen, Herr Flamberg!«
Wahrhaftig — er sah ein bißchen anders aus als beim Ball unter den flimmernden Kerzen des Kasinosaales.
Die hohen Stiefel, die Kniee, die Schöße des Waffenrocks lehmüberkrustet, in steifen, groben Falten hing der graue Umhang um seine Schultern; der hochgeklappte Kragen zeigte sein schmutzig rotes Futter, die weiche Feldmütze saß beiderseits auf dem Ohr, der große, zerschrammte Schirm tief in der Stirn ...
Aber darunter ... darunter leuchteten die braunen Augen aus dem nun tiefgebräunten Gesicht so verwettert, so kriegerisch in sieghafter Männlichkeit ...