Frau Cäcilie war jählings verstummt, als diese braunen Augen mit ungewollter heißer Huldigung sich in die ihren gesenkt hatten ... als die heißen Lippen sich tief auf ihre regenfeuchte Hand niederbeugten ...
»Gnädige Frau — meine Damen — — wahrhaftig, die Sonne geht auf!!«
»Sie sehn, wir haben's nicht lange ausgehalten da unten in unserer Dreieinsamkeit auf Schloß Hettstein,« sagte langsam, stockend die schöne Frau.
»Nee wahrhaftig — wir hatten direkt krampfhafte Sehnsucht nach roten Kragen und blanken Knöpfen!« bestätigte Nelly Sassenbach.
»Na, und da konnte Ihnen geholfen werden — nicht wahr, meine Damen? Aber nun sagen Sie bloß, wie in aller Welt haben Sie sich denn hier heraufgefunden in diese gottverlassene Wald- und Bergesöde?«
Frau Cäcilie wies nach der Chaussee hinüber. Da blinkte durch die Nebelschwaden ein funkelnagelneues, schneeweißes Automobil: »Ein sehr nobles Geschenk meines Vaters zu unserm Einzug auf Schloß Hettstein!«
»Reizend von dem alten Herrn — was sagen Sie, Herr Flamberg? Ja, ja, solchen Vater muß man haben!« lachte Nelly.
Aber ihre Augen schweiften dabei ruhelos suchend über das buntwimmelnde Bild des muntern Biwaktreibens hin ..
»Wo ist mein Mann?« fragte Frau Cäcilie.
»Der sorgt für seine hundertzwanzig räudigen Schäflein!« meldete der kleine Carstanjen, der inzwischen herangekommen war und die Damen begeistert begrüßte. »Aber sieh — da kommt er ja schon!«