Quincke schlich hinter den beiden her und lauschte ...

»— Ja, mein altes Mütterchen, gnädiges Fräulein — eine ganz, ganz einfache, einsame alte Frau! Sie hat sich nicht entschließen können, nach meines Vaters Tode das Dörfchen droben auf dem Westerwald zu verlassen, wo ihr Mann dreißig Jahre lang die Buben und Mädel in die Geheimnisse des ABC eingeweiht hatte ... ach ja, eine einfache Frau! Aber was für Augen, gnädiges Fräulein ... Augen wie so ein altes wundertätiges Waldweiblein aus dem Märchen ...«

»Ach ja ... die möcht ich wohl kennen lernen —!«

Feine Zusammenstellung, grinste Quincke: junge Dame von Stand, passionierte Reiterin und Tänzerin ... Tochter eines preußischen Stabsoffiziers — — und eine Bauernschulmeisterswitwe in einem Waldnest! — Na ja ... wenn die Menschen verrückt werden, fängt's im Kopf an —!

Aber es kam noch toller.

Im Halbdunkel gewahrte Quincke, daß das jüngere Fräulein von Sassenbach unauffällig zurückzubleiben suchte ...

Und wahrhaftig! — Da tauchte aus der Mitte der Mannschaften, die um ihre Lagerfeuer rasteten, die Gestalt eines Unteroffiziers auf ...

Aha, der Einjährige, der den langweiligen Quatsch zum Regimentsfest verbrochen hatte! —

Weiß der Himmel — er begrüßt sie wie ein Kavalier ... sie plaudert mit ihm ... und nun zieht der Einjährige ein Notizbuch aus der Tasche ... nimmt eine beschriebene Meldekarte heraus ... reicht sie der Dame ... Die errötet tief ... legt sie sorgsam zusammen und steckt sie in die innere Tasche ihres Regenpaletots ...

Warte, Bürschchen ... dich wollen wir mal auf deinen Standpunkt zurückbringen ...!