Die drei Freundinnen standen im feierlich halbdunkeln, getäfelten Speisesaal des einstmals kurtrierschen Schlößchens, das ein Kölner Bankier vor acht Jahren aus einer ziemlich wohlerhaltenen Ruine in einen behaglichen weltfernen Herrensitz zurückverwandelt hatte ... und Frau Cäcilie legte die Tischkarten ...
»Abwarten, Kleine! — Also: Ans Kopfende komme selbstverständlich ich — leider, leider zwischen die beiden Herren Kommandeure ... den Oberst zu meiner Linken, Ihren lieben Brummbär Papa zu meiner Rechten!«
»Donnerwetter, fabelhafter Dusel für Papa! — Na, der wird schmunzeln ... gut, daß Mama nichts davon ahnt ... das gäb' ein paar schlaflose Nächte!«
»Schäm dich, Nelly!« zürnte das jugendliche Ebenbild der Entfernten.
»Na, und nun gehen wir mal zunächst hier links hinunter, damit die kleine Neugier auch lange genug auf die Folter gespannt wird! Also neben den Herrn Regimentskommandeur natürlich Sie, Nelly!«
»Um Gottes Willen! — läßt sich das nicht vermeiden?«
»Unmöglich, Kind! — Die Tischordnung versteht sich sozusagen von selbst ... es geht gar nicht anders, als ich's aufgesetzt habe! Aber nun kommt die Entschädigung: zu Ihrer Linken sitzt — Herr Oberleutnant von Schoenawa!«
Ernsthaft hatte die Wirtin das gesagt ... aber ihre Augen blitzten schelmisch prüfend zu der schlanken Freundin hinüber.
Die bewahrte Haltung. Was lag an dem Diner? ... Sie wußte ja doch, was sie wollte ...
»Zu Befehl, gnädige Frau!«